Kirchengeschichte

Im Überblick

Karl der GroßeDie Oelder Kirchengeschichte reicht nach neueren Forschungen vor die Zeit des heiligen Liudger, des ersten Bischofs von Münster, zurück. Ausführlich beschrieben wird die Missionierung und Entstehung der Pfarrei Oelde unter Berücksichtigung neuester Forschungsergebnisse in dem Kapitel "Johannes und Columba" (bitte hier klicken). Karl der Große (Bild rechts) dürfte Pate gestanden haben. Hier folgt eine Kirchengeschichte im Überblick. 

Hl. LiudgerUrkundlich erwähnt wurde Oelde als Ulidi erstmals um das Jahr 890 in der Heberolle des Klosters Werden, bald danach als Ulithi. Hiesige Bauern, die an das von Liudger (Bild links) gegründete Stift Werden an der Ruhr Abgaben zu entrichten hatten, sind im Urbar verzeichnet. Hier nun eine Übersicht, die auf die Schrift des Heimatvereins "Im Wandel der Zeit" (2001) zurückgeht und ergänzt wurde:

Um 850 Zwei Kreuzfibeln (im Kirchspiel gefunden). 

889/891 Erste urkundliche Erwähnung im Werdener Urbar.

1188 Erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrei Oelde. Dazu gehörten damals Lette, Teile von Stromberg und Sünninghausen, Ostenfelde und wahrscheinlich auch Teile von Westkirchen. Um diese Zeit unter Bischof Heriman II. dürfte die erste steinerne Kirche (Ur-St.-Johannes) gebaut worden sein.

Um 1214 Pfarrer Thetmarus.

1219 Erwähnung von Pfarrer Josephus.

1314 Erwähnung von Pfarrer Hermannus.

1382 Erwähnung von Pfarrer Everhardus Rölewinck.

1382 Befestigung und Errichtung der Paulsburg durch den Bischof von Münster zum Schutz des Ortes am Rand des Bistums.

1457 Zerstörung der Pfarrkirche und der Paulsburg.

1483 Weihe der neuen Kirche am Margaretentag (20. Juli); die  Margaretenkirmes erinnert bis heute daran.

1483 Katharina: Älteste Glocke im Turm.

Wappen MZ1491-1530 Pfarrer Menso Zegesinck (Bild rechts: Wappen des Pfarrers am Sakramentshaus).

1491 Stiftung des spätgotischen Sakramentshauses in der St.-Johannes-Kirche und wahrscheinlich auch des Taufsteins; Stiftung der Annen-Vikarie an der Langen Straße, heute Vikarieplatz (Stifter sind Jasper von Oer/Anna von Hoerde auf Haus Geist).

Um 1500 Anna-Selbdritt-Statue.

1522 Maria und Columba: Glocken im Turm.

1530 ältestes Oelder Gesangbuch: das alte Graduale (mit Columba-Sequenz).

1545 erste Erwähnung einer Orgel in der Kirche, die vom Kirchspiel gestiftet worden war.

1545 „Armelüder Huez“ errichtet.

1605 Stadtbrand: 18 Häuser, Scheunen und Speicher sowie das Rathaus an der Langen Straße und das „Armelüder Huez“ brennen nieder. Die Kirche bleibt verschont.

1607 Arme-Leute-Haus wieder aufgebaut.

Rathaus von 16081608 Rathaus-Neubau (Bild links; rechts neben dem Rathaus die alte Küsterei)

1692 Anna-Glocke im Turm – mit den Heiligen Drei Königen möchte sie treue Gefährtin sein.

um 1700 Johannes-Statue.

1725-1736 Erweiterung zur dreischiffigen Kirche.

1800 Stadtbrand: 105 Häuser brennen nieder; zwei Drittel der Stadt sind in Schutt und Asche gelegt. Die Kirche bleibt verschont.

1804 Oelde erhält Stadtrechte.

1810–1837 Pfarrer Heinrich Schräder.

1819 Verlegung des Friedhofs von der St.-Johannes-Kirche (Stadtmitte) an den damaligen Stadtrand.

1838–1869 Pfarrer Alexander Joseph Kösters.

1849 Gründung einer Rektoratschule (heute Städtische Realschule).

1854 Weihe des Marienhospitals / Weihe der Kapelle in Möhler.

1863-1869 Vergrößerung der Johanneskirche auf fünf Joche mit vorgebautem Turm ohne Helm durch Diözesanbaumeister von Manger.

1870–1875 Pfarrer Joseph Tüshaus.

1875–1885 Kaplan Tiemann als Pfarrverwalter (Kulturkampf).

1880 Engelbert Holterdorf gibt die erste Ausgabe der „Oelder Zeitung“ heraus – „Die Glocke“ / Gesellenverein gegründet (Kolpingsfamilie) / Evangelische Stadtkirche.

1885–1912 Pfarrer Adolf Thier zum Berge.

Pastorat1886 Neubau des Pastorats.

1887 Gründung eines Kirchenchores aus Knaben und Männern (Cäcilien-Gesang-Verein; heute Cappella Joannea).

1901 Gründung des Vereins der christlichen Mütter an St. Johannes - Kath. Frauengemeinschaft Deutschlands.

1904 Gründung eines katholischen Arbeitervereins (KAB).

1908 Arme-Leute-Haus abgerissen.

1911 Bernardushaus (städtisch) tritt an Stelle des Arme-Leute Hauses.

1912-1938 Pfarrer Bernard Haard (Erbauer der Sakristei).

1912 Beginn der Kindergartenarbeit im Bernardushaus.

1913 Overbergschule eröffnet an der Overbergstraße.

1915-1919 Errichtung einer neuen Sakristei.

1917 Johannes-Glocke für Kriegszwecke geopfert.

1922 Friedhofserweiterung (mittlerer Teil).

1927 Romanisches Kreuz (um 1230) aus Sachsen erhält seinen Platz in der Kirche / Strahlenkranzmadonna / Von nun an dürfen Frauen im Kirchenchor mitsingen.

1929 Anlegung eines Stadtparks.

1936 Bernardushaus geht in kirchlichen Besitz über, um den Nazis den Zugriff auf den Kindergarten zu entziehen.

Grundsteinlegung1938-1953 Pfarrer Anton Braukämper.

1941 Erste Urnenbeisetzung auf dem kath. Friedhof.

1945 Gründung der Christlich Demokratischen Partei (CDU) unter Mithilfe von Pfarrer Braukämper.

1948 Erweiterung des Friedhofs bis Düdings Weg.

1952 Grundsteinlegung zur Josephskirche durch Pfarrer Braukämper (Bild links).

1953-1976 Pfarrer Anton Hartmann.

1962 Thomas-Morus-Gymnasium beginnt mit dem Unterricht.

1962-1966 gründliche Umgestaltung der Kirche mit Anbau der Marienkapelle.

1963 Friedhofskapelle.

1975 Weihe des Kardinal-von-Galen-Altenwohnheimes.

1976-2003 Pfarrer Helmut Hortmann.

1980 Speith-Orgel.

1980 Eröffnung des Paulusheims als Pfarrheim am alten Pastorat.

Kreuzfibel1982 Eröffnung des Johannes-Kindergartens (vorher im Bernardushaus).

1997 Altarweihe / Neue Johannes-Glocke (mit Columba) als 5. Glocke.

2001 Landesgartenschau (LGS) mit Kirchengarten.

2001 Paulus-Glocke im Turm (vorher LGS) als 6. Glocke.

2002-2004 Grabung am Weitkamp (Fund zweier Kreuzfibeln, um 850; Bild)

2003-2010 Pfarrer Karl Josef Rieger.

Seit 2010 Dechant Karl Hermann Kemper.

2012 Fusion der fünf Oelder Gemeinden zur St.-Johannes-Pfarrei Oelde.

Hans Rochol

Zusätzliche Informationen